Wer aus Deutschland weggeht, verliert mehr Absicherung, als ihm lieb ist. Mit der Abmeldung endet meist die gesetzliche Krankenversicherung, die private Haftpflicht greift im Ausland nur eingeschränkt, und viele deutsche Verträge werden schlicht wertlos. Dieser Versicherungsguide zeigt dir, welche Versicherungen für Auswanderer und digitale Nomaden wirklich zählen, welche Anbieter sich bewährt haben – und was du dir sparen kannst. Stand: Juli 2026.
Keine Lust auf Theorie? Unser Versicherungs-Check stellt dir sechs kurze Fragen und liefert in zwei Minuten eine erste Orientierung, welche Auslandskrankenversicherung zu deinen Plänen passt.
Welche Versicherungen du im Ausland wirklich brauchst
Absicherung folgt deiner Lebenssituation, nicht umgekehrt. Die Globalminds-Reihenfolge gilt auch hier: Einkommen → Wohnsitz → Struktur → Absicherung → Vermögen. Erst wenn klar ist, wo du lebst und wie du dein Geld verdienst, lässt sich die Versicherungsfrage sauber beantworten.
- Pflicht: eine internationale Krankenversicherung. Ohne sie wird jeder Krankenhausaufenthalt zum finanziellen Risiko – in den USA reichen dafür schon wenige Tage.
- Sehr sinnvoll: eine Haftpflichtversicherung mit Weltgeltung. Prüfe, ob dein deutscher Vertrag Auslandsaufenthalte nur befristet abdeckt – üblich sind 1 bis 5 Jahre.
- Situativ: Berufsunfähigkeit (im Ausland schwer zu bekommen, bestehende Verträge möglichst mitnehmen) und Risikoleben, wenn eine Familie an deinem Einkommen hängt.
- Oft entbehrlich: die GKV-Anwartschaft und viele deutsche Altverträge. Dazu unten mehr.
Internationale Krankenversicherung: die drei Wege
Weg 1: Nomaden- und Reise-Krankenversicherung
Für alle, die ständig unterwegs sind und keinen festen Wohnsitz haben. Anbieter wie SafetyWing* oder Genki Traveler* sind monatlich kündbar, gelten weltweit und kosten wenig. Ehrlicherweise: Das ist kein voller Ersatz für eine Krankenvollversicherung. Es gelten Leistungsgrenzen, und Vorsorge oder chronische Erkrankungen sind nur eingeschränkt abgedeckt. Hanse- Merkur ist wohl immer noch der Marktführer, allerdings gibt es gemischte Erfahrungen und aufgrund einer Erfahrung von Globalminds keine Empfehlung (Empfehlung und Verkauf einer Versicherung die nicht möglich war, bei Schadenseintritt dann Nichtleistung).
Weg 2: Vollwertige internationale Krankenversicherung
Die Expat-Lösung für Auswanderer mit festem Wohnsitz: Genki Native*, Global Health* (die Journey-Tarife der fusionierten Marken Foyer Global Health und Globality), BDAE oder Cigna. Du bist weltweit Privatpatient, mit freier Arztwahl und lebenslangen Tarifen. Das kostet mehr, trägt dich aber auch durch ernsthafte Diagnosen.
Weg 3: Lokale Krankenversicherung im Zielland
In manchen Ländern sind lokale private Tarife günstig und solide. Der Haken: Sie gelten nur im Land selbst, oft mit Aufnahme-Alterslimits und ohne Rücktransport. Für alle, die regelmäßig reisen oder Familie in Europa besuchen, meist nur in Kombination sinnvoll.
Zur Einordnung ein Rechenbeispiel für eine 32-jährige Person (Richtwerte, Stand Juli 2026, abhängig von Alter, Region und Selbstbehalt): Eine Nomaden-KV startet bei rund 50 bis 90 Euro im Monat, eine vollwertige internationale KV liegt meist zwischen 150 und 350 Euro. Zum Vergleich: Wer als Selbstständiger freiwillig in der deutschen GKV bleibt, zahlt schnell 400 bis 900 Euro – für ein System, das im Ausland kaum leistet.
Empfehlungen nach Profil
Die Tabelle fasst zusammen, was sich in der Praxis bewährt hat. Mit * markierte Links sind Partnerlinks – am Preis ändert sich für dich nichts.
| Profil | Erste Wahl | Alternative |
|---|---|---|
| Nomade mit kleinem Budget | SafetyWing* | Genki Traveler* |
| Nomade, vollwertiger Schutz | Genki Native* | Global Health* (ehemals Foyer) |
| Auswanderer mit festem Wohnsitz | Global Health* (ehemals Foyer) | BDAE Expat Infinity |
| Familie im Ausland | Global Health* (ehemals Foyer) | Cigna Global |
| USA-Aufenthalt | Cigna Global | PassportCard |
| 65+ / Rentner | BDAE Expat Infinity | individuell klären |
| Langzeitreise bis 2 Jahre | Genki Traveler* | Care Concept |
Die Anbieter im Kurzporträt
SafetyWing
Der Klassiker für Nomaden: Abo-Modell, weltweite Deckung, Abschluss auch von unterwegs. Ideal für den Einstieg mit kleinem Budget – solange dir bewusst ist, dass es eine Reise-KV mit Limits ist. Zu SafetyWing*
Genki
Deutscher Anbieter aus Köln mit zwei Produkten: Traveler als flexible Reise-KV bis zwei Jahre, Native als vollwertige internationale Krankenversicherung inklusive Heimatlanddeckung. Starkes Preis-Leistungs-Verhältnis für Nomaden, die echten Schutz wollen. Zu Genki*
Global Health (ehemals Foyer Global Health)
Nach der Fusion von Foyer Global Health und Globality Health laufen die Journey-Tarife unter der Marke Global Health: fünf Tarifstufen von Basisschutz bis Premium, wahlweise weltweit mit oder ohne USA. Besonders stark für Familien und Hochkostenländer. Der vormalige Essential Tarif ist oft das beste Preis – Leistungsangebot und empfehlenswert. Zu Global Health*
BDAE Expat Infinity
Deutscher Expat-Spezialist mit lebenslangen Tarifen und Aufnahme bis 75 Jahre (weltweit ohne USA). Deutschsprachiger Service und stabile Bedingungen – die Standard-Empfehlung für Auswanderer und Rentner. Zum BDAE
Cigna Global
Internationaler Premium-Anbieter, modular konfigurierbar und die Referenz, wenn USA-Deckung zwingend ist. Preislich im oberen Segment. Zu Cigna Global
Care Concept
Günstige Basistarife für Langzeitaufenthalte, vor allem für junge Auswanderer und Work-and-Travel-Konstellationen. Kein Premium-Schutz, aber ein solider Preis-Einstieg. Zu Care Concept
Anwartschaft: der 85-Euro-Mythos
Viele Auswanderer zahlen rund 85 Euro im Monat für eine GKV-Anwartschaft – also für das Recht, später ohne Gesundheitsprüfung zurückzukehren. Laufende Leistung: null. Ob sich das für dich rechnet, hängt von Alter, Rückkehrabsicht und Versicherungshistorie ab – für die meisten lautet die ehrliche Antwort: nein. Die Details findest du im Artikel Krankenversicherung im Ausland: Der Mythos Anwartschaft.
So gehst du vor
- Situation klären: Nomade, Auswanderer oder Langzeitreise? Der Versicherungs-Check hilft bei der Einordnung.
- Weg wählen: Reise-KV, vollwertige internationale KV oder lokale Lösung – je nach Wohnsitz und Reiseverhalten.
- Angebote einholen: zwei bis drei Anbieter vergleichen, auf Leistungsgrenzen und Wartezeiten achten, nicht nur auf den Beitrag.
- Altverträge prüfen: GKV-Ausstieg, Haftpflicht-Weltgeltung, BU-Mitnahme – am besten vor der Abmeldung klären.
- Jährlich prüfen: Lebenssituation ändert sich, Tarife auch. Einmal im Jahr reicht.
Fazit
Die Krankenversicherung ist der eine Baustein deiner Auswanderung, bei dem Sparen am falschen Ende teuer wird. Wähle den Weg, der zu deinem Wohnsitz-Setup passt, rechne ehrlich – und betrachte die Absicherung als Teil deines Gesamtplans, nicht als lästigen Anhang. Wie das komplette Setup aussieht, liest du in Nicht nur Sonne und Steuern.
Unsicher, was zu deiner Situation passt? In der 90-Minuten-Strategie-Session klären wir Absicherung, Wohnsitz und Struktur in einem Rutsch.
Häufige Fragen
Brauche ich als digitaler Nomade überhaupt eine Krankenversicherung?
Ja. In vielen Ländern ist sie Visa-Voraussetzung, und ein einziger Unfall ohne Deckung kann fünfstellig kosten. Eine Nomaden-KV ab rund 50 Euro im Monat ist das Minimum.
Kann ich in der deutschen GKV bleiben, wenn ich auswandere?
Mit der Abmeldung aus Deutschland endet die Versicherungspflicht und damit in der Regel auch die GKV-Mitgliedschaft. Eine freiwillige Weiterversicherung ist teuer und leistet im Ausland kaum – meist ist eine internationale Lösung sinnvoller.
Was passiert mit meiner Krankenversicherung bei Rückkehr nach Deutschland?
Wer aus dem EU-Ausland oder aus einer Beschäftigung zurückkehrt, kommt in der Regel wieder in die GKV. Kritisch wird es vor allem für ältere Rückkehrer aus Nicht-EU-Ländern ohne Anspruch – genau hier setzt die Anwartschafts-Diskussion an.
Ist SafetyWing eine echte Krankenversicherung?
SafetyWing Nomad Insurance ist eine Reisekrankenversicherung mit Leistungsgrenzen, keine Krankenvollversicherung. Für gesunde Reisende funktioniert das gut – wer dauerhaft auswandert oder Vorerkrankungen hat, braucht eine vollwertige internationale KV.
Was kostet eine internationale Krankenversicherung?
Als Richtwert (Stand Juli 2026): Nomaden-Tarife ab etwa 50 bis 90 Euro monatlich, vollwertige Expat-Tarife je nach Alter und Region etwa 150 bis 350 Euro. Ausschlaggebend sind Alter, Zielregion (USA-Deckung verteuert deutlich) und Selbstbehalt.
Transparenz: Mit * markierte Links sind Partnerlinks. Schließt du darüber ab, erhalten wir eine Provision – für dich ändert sich am Preis nichts. Dieser Guide ist eine allgemeine Orientierung und keine Versicherungsberatung im Sinne des § 34d GewO und keine Steuer- oder Rechtsberatung. Leistungen, Preise und Aufnahmebedingungen können sich ändern; maßgeblich sind allein die Angaben der jeweiligen Anbieter. Prüfe deine Situation individuell oder buche eine Beratung unter globalminds.life/beratung.